Was Heizöl heute kostet

Am 29. September 2026 liegt der bundesweite Durchschnittspreis für Heizöl extra leicht bei 165 bis 175 Euro je 100 Liter. Die Spanne ist kein Widerspruch, sondern das Ergebnis unterschiedlicher Rechenweisen: Die großen Portale beziehen sich auf verschiedene Abnahmemengen, rechnen Lieferpauschalen unterschiedlich ein und mitteln über verschiedene Regionen. Wer 3.000 Liter in einer Lieferung abnimmt, zahlt deutlich weniger je Liter als jemand, der 1.000 Liter bestellt.

Zur Einordnung: Im Jahresmittel 2025 kostete Heizöl 96,10 Euro je 100 Liter. Der heutige Preis liegt damit rund 70 Prozent darüber. Für eine typische Tankfüllung von 3.000 Litern bedeutet das statt 2.883 Euro nun etwa 5.010 Euro – ein Unterschied von über 2.100 Euro für dieselbe Menge Wärme.

Diese Zahl ist der Grund, warum das Thema gerade wieder in jeder Energieberatung auftaucht. Sie ist aber nur die halbe Geschichte. Interessanter als der Tagespreis ist die Frage, woher der Anstieg kommt, welcher Teil davon dauerhaft ist und was das für die Entscheidung zwischen Reparatur und Heizungstausch bedeutet.

Die Preisentwicklung seit 2020

Sechs Jahre Heizölpreis lesen sich wie eine Chronik der Energiekrisen. Der folgende Verlauf zeigt die Jahresdurchschnitte in Euro je 100 Liter, jeweils brutto für Standardqualität.

Heizölpreis Deutschland, Jahresdurchschnitt 2020 bis 2026 Säulendiagramm. 2020: 50,0 Euro. 2021: 70,7. 2022: 132,4. 2023: 105,5. 2024: 101,7. 2025: 96,1. 2026 bis September: 130,1 Euro je 100 Liter. 03570105140 2020: 50,0 € je 100 l 2021: 70,7 € je 100 l 2022: 132,4 € je 100 l 2023: 105,5 € je 100 l 2024: 101,7 € je 100 l 2025: 96,1 € je 100 l 2026 bis September: 130,1 € je 100 l (Teiljahr) 50,070,7132,4105,5101,796,1130,1 2020202120222023202420252026* bis Sept. Euro je 100 Liter, brutto · *2026 Mittel der Quartale I bis III
Heizölpreis Deutschland im Jahresdurchschnitt, 2020 bis September 2026. Grafik: solar0 · Daten siehe Quellenangabe am Artikelende
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<iframe src="https://www.solar0.de/embed/oelpreis/preisentwicklung" width="100%" height="444" style="border:0" loading="lazy" title="Heizölpreis Deutschland im Jahresdurchschnitt 2020–2026"></iframe>
<p>Grafik: <a href="https://www.solar0.de/magazin/oelpreis-deutschland-2026">Ölpreis Deutschland 2026 – solar0</a></p>

Vier Phasen lassen sich unterscheiden. 2020 war das Ausnahmejahr nach unten: Die Pandemie legte Flugverkehr und Industrie still, die Nachfrage brach ein, und der Heizölpreis fiel auf rund 50 Euro je 100 Liter. Wer damals den Tank füllte, hat den günstigsten Einkauf der letzten zwanzig Jahre gemacht.

2021 brachte die Erholung auf 70,70 Euro, angetrieben vom Nachfrageschub nach den Lockdowns und der ersten Stufe der nationalen CO₂-Abgabe mit 25 Euro je Tonne. 2022 folgte der Bruch: Der Angriff auf die Ukraine trieb den Jahresdurchschnitt auf 132,40 Euro, im Juni lag der Tagespreis zeitweise über zwei Euro je Liter. Kein Jahr seit Einführung des Euro war teurer.

Danach kam die Normalisierung: 105,50 Euro im Jahr 2023, 101,70 Euro 2024 und 96,10 Euro 2025 – drei Jahre mit langsam sinkenden Preisen, in denen sich viele Hausbesitzer in Sicherheit wähnten. Genau diese Beruhigung macht die Entwicklung von 2026 so unangenehm.

2026 Quartal für Quartal

Der Anstieg verlief nicht sprunghaft, sondern stetig über das ganze Jahr:

ZeitraumØ Preis je 100 lVeränderung zum Vorquartal
Jahresmittel 202596,10 €–
I. Quartal 2026111,70 €+16,2 %
II. Quartal 2026133,80 €+19,8 %
III. Quartal 2026144,90 €+8,3 %
29. September 2026165 – 175 €+14 bis 21 %

Bemerkenswert ist das Tempo im September. Anfang des Monats lagen die Notierungen noch bei rund 153 Euro, zum Monatsende bei 165 bis 175 Euro. In vier Wochen kamen also acht bis vierzehn Prozent dazu – in einer Phase, in der viele Haushalte ihren Tank für den Winter füllen und die Nachfrage ohnehin steigt.

Warum Heizöl 2026 so stark gestiegen ist

Ein Heizölpreis ist kein Marktpreis im Sinne von Angebot und Nachfrage allein. Er setzt sich aus einem Rohstoffanteil, festen Abgaben und einer Handelsspanne zusammen, und 2026 haben sich gleich drei dieser Komponenten nach oben bewegt.

1. Der Rohölpreis

Heizöl entsteht in der Raffinerie aus Rohöl, die Notierung folgt daher den internationalen Ölmärkten mit wenigen Tagen Verzögerung. 2026 war ein Jahr der Angebotssorgen: geopolitische Spannungen am Persischen Golf, Förderdisziplin der OPEC+ und niedrige Lagerbestände in Europa. Die deutschen Heizöltanks lagen im Sommer auf einem Fünfjahrestief, was den Nachholbedarf im Herbst verstärkt hat.

Hinzu kommt ein Effekt, den viele übersehen: Rohöl wird in US-Dollar gehandelt. Ein schwacher Euro verteuert den Einkauf, selbst wenn der Dollarpreis konstant bleibt. Ein Wechselkursverlust von zehn Prozent schlägt praktisch eins zu eins auf den Produktanteil durch.

2. Der CO₂-Preis

Seit 2021 ist auf jeden Liter Heizöl eine CO₂-Abgabe fällig, und ihr Preispfad ist gesetzlich vorgezeichnet. Für 2026 gilt ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Da ein Liter Heizöl bei der Verbrennung rund 2,66 Kilogramm CO₂ freisetzt, entspricht das je nach Position im Korridor 14,6 bis 17,3 Cent netto – brutto bis zu 20,7 Cent je Liter.

Anders als der Rohölpreis ist dieser Anteil nicht verhandelbar und nicht zyklisch. Zum Vergleich: Auf Photovoltaikanlagen gilt seit 2023 der Nullsteuersatz – der Gesetzgeber belastet fossile Wärme und entlastet erneuerbare Erzeugung gleichzeitig. Er sinkt nicht wieder, wenn sich die Lage am Golf entspannt.

3. Steuern auf den gestiegenen Preis

Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent wird auf den Endbetrag erhoben – also auch auf Energiesteuer und CO₂-Abgabe. Steigt der Produktpreis, steigt der Steuerbetrag automatisch mit. Dieser Hebel ist der Grund, warum der Bruttopreis schneller steigt als die reine Rohstoffkomponente.

Woraus sich der Heizölpreis zusammensetzt

Bei einem Bruttopreis von 167 Cent je Liter verteilt sich das Geld wie folgt. Die Werte sind gerundet und gelten für eine Standardlieferung von 3.000 Litern bei einem CO₂-Preis von 60 Euro je Tonne.

Zusammensetzung des Heizölpreises 2026 Gestapelter Balken über 167 Cent je Liter: Produkteinkauf 105,0 Cent, Handel und Logistik 13,2 Cent, Energiesteuer 6,1 Cent, CO₂-Abgabe 16,0 Cent, Mehrwertsteuer 26,7 Cent. Produkteinkauf: 105,0 ct/l Handel und Logistik: 13,2 ct/l Energiesteuer: 6,1 ct/l CO₂-Abgabe: 16,0 ct/l Mehrwertsteuer: 26,7 ct/l 105,0 ct 167 Cent je Liter, brutto Produkt 105,0 Handel 13,2 Energiesteuer 6,1 CO₂ 16,0 MwSt 26,7 Angaben in Cent je Liter · CO₂-Preis mit 60 €/t angesetzt
Preiszusammensetzung bei 167 Cent je Liter, Abnahme 3.000 Liter. Grafik: solar0 · Daten siehe Quellenangabe am Artikelende
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<iframe src="https://www.solar0.de/embed/oelpreis/preiszusammensetzung" width="100%" height="248" style="border:0" loading="lazy" title="Woraus sich der Heizölpreis 2026 zusammensetzt"></iframe>
<p>Grafik: <a href="https://www.solar0.de/magazin/oelpreis-deutschland-2026">Ölpreis Deutschland 2026 – solar0</a></p>
BestandteilCent je LiterAnteil
Produkteinkauf (Rohöl, Raffinerie, Fracht)105,062,9 %
Handel, Lagerung und Lieferung13,27,9 %
Energiesteuer6,13,7 %
CO₂-Abgabe16,09,6 %
Mehrwertsteuer 19 %26,716,0 %
Summe167,0100 %

Rund 29 Prozent des Bruttopreises sind Steuern und Abgaben – knapp 49 Cent je Liter. Bei einer Tankfüllung von 3.000 Litern gehen damit etwa 1.464 Euro an den Staat. Das ist keine Kritik, sondern eine Rechengröße: Dieser Anteil wächst mit dem CO₂-Pfad weiter, unabhängig davon, was am Ölmarkt passiert.

Der CO₂-Preis: der planbare Teil der Rechnung

Während niemand seriös vorhersagen kann, wo Brent in zwei Jahren notiert, ist der CO₂-Pfad bis 2027 gesetzlich festgelegt. Das macht ihn zur einzigen Komponente, mit der sich verlässlich rechnen lässt.

CO₂-Preis für Heizöl 2021 bis 2027 Säulendiagramm in Euro je Tonne CO₂. 2021: 25. 2022: 30. 2023: 30. 2024: 45. 2025: 55. 2026 und 2027: Korridor 55 bis 65. 017,53552,570 2021: 25 €/t 2022: 30 €/t 2023: 30 €/t 2024: 45 €/t 2025: 55 €/t 2026: Korridor 55 bis 65 €/t 2027: Korridor 55 bis 65 €/t 253030455555–6555–65 2021202220232024202520262027 7,9 ct/l9,59,514,217,417,4–20,717,4–20,7 Euro je Tonne CO₂ · darunter der Aufschlag je Liter Heizöl, brutto
Gesetzlicher CO₂-Preispfad und die daraus folgende Belastung je Liter Heizöl. Grafik: solar0 · Daten siehe Quellenangabe am Artikelende
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<iframe src="https://www.solar0.de/embed/oelpreis/co2-preispfad" width="100%" height="400" style="border:0" loading="lazy" title="CO₂-Preis für Heizöl 2021 bis 2027"></iframe>
<p>Grafik: <a href="https://www.solar0.de/magazin/oelpreis-deutschland-2026">Ölpreis Deutschland 2026 – solar0</a></p>

In sechs Jahren hat sich die Abgabe von 7,9 auf bis zu 20,7 Cent je Liter mehr als verdoppelt. Für einen Haushalt mit 3.000 Litern Jahresverbrauch sind das 621 Euro allein an CO₂-Kosten – 2021 waren es 237 Euro.

Was ab 2028 passiert

2028 endet der nationale Preispfad. Dann übernimmt der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr, ETS 2, die Preisbildung. Der Start war ursprünglich für 2027 geplant und wurde auf 2028 verschoben – für Heizölkunden bedeutet das zunächst eine Atempause, weil 2027 der bekannte Korridor weitergilt.

Danach wird es unübersichtlich. Im ETS 2 entsteht der Preis nicht mehr politisch, sondern durch die Menge der ausgegebenen Zertifikate. Analysen rechnen mit Werten, die den heutigen Korridor deutlich überschreiten können. Ein vorgesehener Stabilitätsmechanismus soll Preisspitzen dämpfen, garantiert aber keine Obergrenze. Wer heute eine Ölheizung mit 20 Jahren Restlaufzeit einbaut, kalkuliert also mit einer Kostenkomponente, deren Höhe ab 2028 niemand kennt.

Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einer Öl- und einer Stromheizung: Bei der Wärmepumpe sinkt der CO₂-Gehalt des Brennstoffs mit jedem Ausbaujahr im Stromnetz von selbst, bei Heizöl bleibt er konstant bei 2,66 Kilogramm je Liter.

Was den Preis kurzfristig bewegt

Neben den großen Linien gibt es eine Reihe von Faktoren, die den Tagespreis um mehrere Cent verschieben – und die man als Käufer tatsächlich nutzen kann.

Die Bestellmenge

Der Unterschied zwischen 1.000 und 3.000 Litern beträgt typischerweise fünf bis zehn Cent je Liter, weil sich Anfahrt und Abwicklung auf mehr Liter verteilen. Bei 3.000 Litern summiert sich das auf 150 bis 300 Euro. Wer einen großen Tank hat, sollte ihn nutzen. Zwei Nachbarn, die gemeinsam bestellen, erreichen denselben Effekt über eine Sammellieferung an einem Tag.

Die Jahreszeit

Im langjährigen Mittel liegen die Preise im Frühjahr und Spätsommer niedriger als im Oktober und November, wenn alle gleichzeitig ordern. Das Muster ist real, aber schwächer als oft behauptet – 2026 hat es sich sogar umgekehrt, weil der Markt das ganze Jahr über gestiegen ist. Als alleinige Entscheidungsgrundlage taugt der Kalender nicht.

Der Rheinpegel

Ein Großteil des Heizöls für Süd- und Westdeutschland kommt per Binnenschiff. Bei Niedrigwasser können die Schiffe nur teilbeladen fahren, die Frachtkosten steigen sprunghaft. In Trockenperioden sind Aufschläge von fünf bis fünfzehn Cent je Liter in den betroffenen Regionen keine Seltenheit – während der Preis an der Küste unverändert bleibt.

Regionale Unterschiede

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland liegen regelmäßig zehn bis fünfzehn Prozent. Regionen mit Raffinerie- oder Hafennähe – Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen – liegen meist unter dem Schnitt. Bayern, Baden-Württemberg und die östlichen Flächenländer mit längeren Transportwegen liegen darüber. Wer nahe einer Landesgrenze wohnt, sollte Angebote von Händlern beider Seiten einholen.

Prognose: Wie entwickelt sich der Ölpreis 2027?

Für den Rohstoffanteil lohnt der Blick auf die großen Prognosehäuser. Bemerkenswert ist, wie einig sie sich für 2027 sind – und zwar in Richtung fallender Preise.

InstitutionBrent 2027, Ø je BarrelBegründung
EIA (US-Energiebehörde)79 US-DollarÜberangebot, steigende Förderung außerhalb der OPEC+
J.P. Morgan75 US-DollarNachfragewachstum schwächer als Angebotsausweitung
Citigrouprund 65 US-Dollardeutlicher Angebotsüberhang ab Mitte 2027

Alle drei rechnen mit Abwärtsdruck. Das heißt allerdings nicht, dass der Heizölpreis in gleichem Maß fällt, und dafür gibt es drei Gründe.

Erstens ist der Produktanteil nur ein Teil der Rechnung. Selbst wenn er um 20 Prozent nachgibt – von 105 auf 84 Cent – sinkt der Bruttopreis nicht um 20, sondern um rund 15 Prozent, weil Steuern und Abgaben unverändert bleiben.

Zweitens steht der Wechselkurs dazwischen. Ein fallender Dollarpreis nützt wenig, wenn der Euro gleichzeitig schwächelt.

Drittens bleibt der CO₂-Korridor 2027 bei 55 bis 65 Euro je Tonne und steigt ab 2028 im europäischen Emissionshandel voraussichtlich weiter. Was am Rohstoff gespart wird, holt die Abgabe teilweise zurück.

Drei Szenarien für 2027

Rechnet man die Prognosen auf den deutschen Endkundenpreis durch, ergibt sich folgendes Bild. Die Szenarien unterstellen einen unveränderten Wechselkurs und einen CO₂-Preis am oberen Rand des Korridors.

SzenarioAnnahmeHeizölpreis je 100 lKosten für 3.000 l
EntspannungBrent 65 $, Angebotsüberhang115 – 130 €3.450 – 3.900 €
BasisBrent 75 – 79 $, wie prognostiziert135 – 150 €4.050 – 4.500 €
EskalationLieferausfälle, Brent über 95 $180 – 200 €5.400 – 6.000 €

Selbst das günstigste Szenario liegt über dem Jahresmittel 2025. Der Boden von 96 Euro ist mit dem heutigen CO₂-Preis rechnerisch nicht mehr erreichbar – dafür müsste der Produktanteil unter das Niveau von 2021 fallen.

Heizöl im Kostenvergleich

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Heizöl teuer ist, sondern wie es im Vergleich abschneidet. Dafür rechnet man nicht in Litern, sondern in Kilowattstunden Nutzwärme – nur so werden Energieträger mit unterschiedlichem Heizwert und Wirkungsgrad vergleichbar.

Wärmekosten je Kilowattstunde 2026 Balkendiagramm. Heizöl 14,0 Cent, Erdgas 11,1 Cent, Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 4 sieben Cent je Kilowattstunde Nutzwärme. Heizöl: 14,0 ct je kWh Erdgas: 11,1 ct je kWh Wärmepumpe: 7,0 ct je kWh Heizöl Erdgas Wärmepumpe 14,011,17,0 Brennwertkessel Brennwertkessel JAZ 4, Wärmepumpentarif 051015 Cent je Kilowattstunde Nutzwärme, Preisstand 2026
Wärmekosten je Kilowattstunde: Heizöl, Erdgas und Wärmepumpe im Vergleich. Grafik: solar0 · Daten siehe Quellenangabe am Artikelende
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<iframe src="https://www.solar0.de/embed/oelpreis/waermekosten" width="100%" height="320" style="border:0" loading="lazy" title="Wärmekosten je Kilowattstunde 2026: Heizöl, Gas, Wärmepumpe"></iframe>
<p>Grafik: <a href="https://www.solar0.de/magazin/oelpreis-deutschland-2026">Ölpreis Deutschland 2026 – solar0</a></p>

Für ein Einfamilienhaus mit 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf ergeben sich daraus folgende Jahreskosten:

Heizsystemct je kWhJahreskostenDifferenz zur Ölheizung
Ölheizung, Brennwert14,02.520 €–
Gasheizung, Brennwert11,11.980 €−540 €
Wärmepumpe, JAZ 47,01.260 €−1.260 €

Die Wärmepumpe halbiert die Brennstoffkosten. Der Grund liegt nicht im Strompreis, sondern in der Jahresarbeitszahl: Aus einer Kilowattstunde Strom werden vier Kilowattstunden Wärme, weil der Rest als Umweltwärme aus der Luft oder dem Erdreich kommt. Ein Ölkessel kann bestenfalls knapp unter eins bleiben.

Mit eigenem Solarstrom wird die Rechnung deutlicher

Die 7 Cent gelten für zugekauften Wärmepumpenstrom. Kommt ein Teil des Stroms vom eigenen Dach, sinkt der Wert weiter. Selbst erzeugter Solarstrom kostet über die Lebensdauer gerechnet 8 bis 12 Cent je Kilowattstunde – bei einer Jahresarbeitszahl von 4 also 2 bis 3 Cent je Kilowattstunde Wärme.

In der Praxis deckt eine Photovoltaikanlage 25 bis 40 Prozent des Wärmepumpenstroms ab; der Rest fällt im Winter an, wenn das Dach wenig liefert. Realistisch landet ein Haushalt mit Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe bei 5 bis 6 Cent je Kilowattstunde Wärme. Gegenüber 14 Cent aus dem Öltank ist das ein Faktor von etwa 2,5.

Wer zusätzlich einen dynamischen Stromtarif nutzt und die Wärmeerzeugung in die günstigsten Stunden legt, drückt den Reststrompreis weiter. Genau dafür ist der Energiemanager da: Er zieht die Wärmeerzeugung vor, wenn die Sonne scheint oder der Börsenpreis niedrig ist, und nutzt den Pufferspeicher als Wärmedepot.

Rechenbeispiel über 20 Jahre

Ein Vergleich über die Nutzungsdauer sagt mehr aus als jeder Tagespreis. Ausgangslage: Einfamilienhaus, 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, bestehende Ölheizung Baujahr 2006, die in den nächsten Jahren ersetzt werden muss.

Neue ÖlheizungWärmepumpe mit PV
Investition14.000 €32.000 €
Förderung0 €−16.800 € (bis 70 %)
Eigenanteil14.000 €15.200 €
Brennstoff je Jahr, heutiger Preis2.520 €1.080 € (mit PV-Anteil)
Wartung und Schornsteinfeger je Jahr320 €180 €
Betriebskosten über 20 Jahre56.800 €25.200 €
Gesamt über 20 Jahre70.800 €40.400 €

Die Rechnung unterstellt konstante Energiepreise – und ist damit bewusst konservativ gegenüber der Wärmepumpe. Realistisch steigt der Heizölpreis mit dem CO₂-Pfad weiter, während der Strompreis durch den Ausbau der Erneuerbaren eher seitwärts läuft. Schon zwei Prozent jährliche Steigerung beim Heizöl vergrößern die Differenz um weitere 12.000 Euro.

Der Eigenanteil ist in beiden Fällen fast gleich. Das überrascht viele: Die Wärmepumpe kostet in der Anschaffung mehr als das Doppelte, aber die KfW-Förderung von bis zu 70 Prozent gleicht das nahezu aus. Was bleibt, ist der Unterschied im Betrieb – und der beträgt über 20 Jahre rund 31.600 Euro.

Wann sollte man Heizöl kaufen?

Solange die Ölheizung läuft, bleibt die Frage nach dem richtigen Kaufzeitpunkt. Vier Regeln haben sich bewährt.

  1. Nicht auf den Tiefpunkt warten. Wer den perfekten Tag treffen will, kauft erfahrungsgemäß zu spät. Wichtiger als die letzten drei Cent ist, nicht mit fast leerem Tank in den Dezember zu gehen.
  2. Bestellung aufteilen. Zwei Teilmengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten mitteln den Preis und nehmen der Entscheidung die Schärfe. Der Nachteil: zweimal Lieferpauschale.
  3. Die Rohölnotierung beobachten, nicht den Heizölpreis. Brent läuft dem Endkundenpreis etwa eine Woche voraus. Fällt Brent mehrere Tage in Folge, lohnt das Warten; steigt es, sollte man zügig handeln.
  4. Volle Menge nutzen. Der Mengenrabatt zwischen 1.000 und 3.000 Litern ist größer als die meisten saisonalen Schwankungen.

Was nicht funktioniert: das Warten auf die Rückkehr der Preise von 2020 oder 2025. Der CO₂-Anteil allein hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt, und dieser Teil kommt nicht zurück.

Raus aus dem Öl: was gilt und was gefördert wird

Wer über einen Wechsel nachdenkt, stößt schnell auf das Gebäudeenergiegesetz. Die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Bestehende Ölheizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Ein Zwang zum Austausch besteht nicht, solange die Anlage funktioniert.
  • Beim vollständigen Austausch greift die 65-Prozent-Regel: Die neue Heizung muss zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie laufen. Eine Wärmepumpe erfüllt das ohne weiteren Nachweis.
  • Die Fristen sind gestaffelt und an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt – in Großstädten ab Mitte 2026, in kleineren Kommunen ab Mitte 2028.
  • Kessel ab 30 Jahren mit Konstanttemperatur müssen ohnehin ersetzt werden. Brennwert- und Niedertemperaturkessel sind davon ausgenommen.

Auf der Förderseite ist die Lage günstig wie selten. Die KfW-Heizungsförderung 458 setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: 30 Prozent Grundförderung, 20 Prozent Klimageschwindigkeits-Bonus beim Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung, bis zu 30 Prozent Einkommensbonus und 5 Prozent Effizienzbonus für Geräte mit natürlichem Kältemittel. Gedeckelt ist die Summe bei 70 Prozent und 30.000 Euro förderfähigen Kosten.

Wichtig ist die Reihenfolge: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein, üblicherweise über einen Liefer- und Leistungsvertrag mit aufschiebender Bedingung. Wer erst bestellt und dann fördert, geht leer aus. Welche Bundes-, Landes- und Kommunalprogramme sich für Ihre Adresse kombinieren lassen, prüft der Förder-Check in einer Minute.

Heizölpreise nach Bundesland

Der bundesweite Durchschnitt verdeckt erhebliche regionale Unterschiede. Sie entstehen aus drei Faktoren: der Entfernung zur nächsten Raffinerie oder zum Importhafen, der Verfügbarkeit von Binnenschiff- statt Tankwagentransport und der Wettbewerbsdichte unter den Händlern vor Ort.

RegionTendenz zum BundesschnittGrund
Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen2 bis 5 % günstigerRaffineriestandorte, dichter Händlermarkt, Rheinschifffahrt
Hamburg, Bremen, Schleswig-Holsteinetwa im SchnittHafennähe, aber längere Wege ins Binnenland
Hessen, Rheinland-Pfalzetwa im Schnittgute Anbindung über Rhein und Main
Baden-Württemberg, Bayern3 bis 8 % teurerlange Transportwege, Abhängigkeit vom Rheinpegel
Sachsen, Thüringen, Brandenburg4 bis 9 % teurergeringere Händlerdichte, weite Anfahrten im ländlichen Raum

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland liegen damit regelmäßig zehn bis fünfzehn Prozent – bei 3.000 Litern sind das 500 bis 750 Euro. Wer nahe einer Landesgrenze wohnt, sollte grundsätzlich Angebote von Händlern beider Seiten einholen; die Lieferradien überschneiden sich fast immer. Wie stark sich Regionen auch beim Solarertrag unterscheiden, zeigt unsere Standortübersicht mit Werten für 34 Städte.

Worauf es beim Kauf ankommt

Der Literpreis ist nur ein Teil des Angebots. Vier Punkte entscheiden mit darüber, was am Ende auf der Rechnung steht.

Die Sorte

Standard ist heute Heizöl EL schwefelarm mit maximal 50 Milligramm Schwefel je Kilogramm. Es ist Voraussetzung für Brennwerttechnik und kostet kaum mehr als das früher übliche Standardheizöl. Daneben bieten Händler Premium-Heizöle mit Additiven an, die Ablagerungen mindern und die Lagerstabilität verbessern sollen – typischerweise ein bis drei Cent Aufschlag je Liter. Bei Tanks, deren Inhalt länger als zwei Jahre steht, kann sich das rechnen; bei jährlichem Umschlag selten.

Die Zahlungsart

Viele Händler gewähren Rabatte für Vorkasse oder Lastschrift und schlagen für Zahlung auf Rechnung zwei bis vier Cent je Liter auf. Bei 3.000 Litern entscheidet allein das über bis zu 120 Euro. Wichtig bei Vorkasse: nur bei Händlern mit belastbaren Bewertungen und klarer Liefergarantie.

Die Lieferbedingungen

Im Angebot enthalten ist üblicherweise eine Abladestelle und eine Schlauchlänge von 30 bis 40 Metern. Wer zwei Tanks in getrennten Räumen befüllen lässt oder mehr Schlauch braucht, zahlt Zuschläge. Ebenso relevant: Ist die Zufahrt für einen dreiachsigen Tankwagen geeignet oder muss ein kleineres Fahrzeug kommen? Kleinfahrzeug-Zuschläge liegen bei zwei bis fünf Cent je Liter.

Die Lieferfrist

Kurzfristige Lieferung innerhalb weniger Tage kostet Aufschlag, ein Liefertermin in zehn bis zwanzig Werktagen bringt Rabatt. Wer vorausplant, spart hier ohne jedes Risiko – vorausgesetzt, der Tank ist nicht schon fast leer.

Heizölverbrauch senken: was wirklich wirkt

Unabhängig vom Preis ist die verbrauchte Menge die zweite Stellschraube. Die folgenden Maßnahmen sind nach Aufwand sortiert und in ihrer Wirkung gut belegt.

Hydraulischer Abgleich

In vielen Bestandsanlagen bekommen Heizkörper nahe am Kessel zu viel Wasser, entfernte zu wenig. Die Folge: Die Vorlauftemperatur wird hochgedreht, damit auch der letzte Raum warm wird. Ein hydraulischer Abgleich verteilt die Volumenströme korrekt und erlaubt eine niedrigere Vorlauftemperatur. Einsparung: 5 bis 15 Prozent. Kosten: 600 bis 1.200 Euro, förderfähig.

Heizkurve richtig einstellen

Die Heizkurve bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur angehoben wird. Ab Werk ist sie fast immer zu steil eingestellt. Wer sie schrittweise absenkt, bis es in der kältesten Woche gerade noch reicht, spart 3 bis 8 Prozent – ohne jede Investition.

Umwälzpumpe tauschen

Alte, ungeregelte Pumpen laufen dauerhaft auf voller Leistung und verbrauchen 400 bis 600 Kilowattstunden Strom im Jahr. Eine Hocheffizienzpumpe kommt mit 60 bis 100 Kilowattstunden aus. Das spart kein Heizöl, aber rund 120 Euro Strom im Jahr bei etwa 300 Euro Investition.

Rohrleitungen dämmen

Ungedämmte Heizungsrohre im unbeheizten Keller geben pro Meter 15 bis 25 Kilowattstunden im Jahr ab. Bei 30 Metern sind das bis zu 750 Kilowattstunden – gut 75 Liter Heizöl. Dämmschalen kosten wenige Euro je Meter und sind in Eigenleistung montierbar. Für Heizungsrohre in unbeheizten Räumen ist die Dämmung nach Gebäudeenergiegesetz ohnehin vorgeschrieben.

Kessel warten lassen

Ein verrußter Brenner arbeitet mit schlechterem Wirkungsgrad. Die jährliche Wartung kostet 150 bis 250 Euro und holt typischerweise 2 bis 5 Prozent Brennstoff zurück – sie rechnet sich also meist von selbst.

Der hydraulische Abgleich lohnt doppelt: Er senkt nicht nur den Ölverbrauch, sondern ist auch die wichtigste Vorbereitung für einen späteren Wechsel – was eine Wärmepumpe kostet, hängt maßgeblich von der erreichbaren Vorlauftemperatur ab. In Summe sind 15 bis 25 Prozent Einsparung erreichbar, ohne die Heizung zu tauschen. Bei 3.000 Litern und heutigem Preis entspricht das 750 bis 1.250 Euro im Jahr. Für eine Anlage, die noch einige Jahre laufen soll, ist das die wirtschaftlichste Maßnahme überhaupt.

CO₂-Kosten zwischen Vermieter und Mieter

Seit 2023 tragen Vermieter einen Teil der CO₂-Abgabe. Maßgeblich ist ein Zehn-Stufen-Modell: Je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto höher der Anteil des Vermieters. Bei sehr ineffizienten Häusern mit über 52 Kilogramm CO₂ je Quadratmeter und Jahr trägt der Vermieter 95 Prozent, bei Gebäuden auf Effizienzhaus-55-Niveau null Prozent.

Für Eigentümer vermieteter Objekte ist das ein direkter finanzieller Anreiz zur Sanierung: Jede Stufe nach oben verschiebt Kosten zurück auf die Mieterseite. Für Mieter bedeutet es, dass ein Teil der CO₂-Belastung nicht auf sie durchschlägt – die Heizkostenabrechnung muss die Aufteilung ausweisen.

Praktisch relevant: Die Einstufung erfolgt anhand der tatsächlichen Emissionen je Quadratmeter Wohnfläche, nicht anhand des Energieausweises. Der Brennstofflieferant muss die nötigen Angaben auf der Rechnung ausweisen.

Drei verbreitete Irrtümer

„Im Sommer ist Heizöl immer billiger"

Das Muster existiert, ist aber schwach und wird regelmäßig von Marktbewegungen überlagert. 2026 ist das beste Gegenbeispiel: Der Preis stieg von Januar bis September durchgehend. Wer im Juni auf den vermeintlich günstigen August gewartet hat, hat draufgezahlt.

„Der Preis fällt schon wieder auf 80 Euro"

Rechnerisch nicht mehr möglich. Bei 80 Euro je 100 Liter brutto blieben nach Abzug von Mehrwertsteuer, Energiesteuer und CO₂-Abgabe rund 45 Cent je Liter für Produkt, Logistik und Handel. Das liegt unter den Beschaffungskosten selbst bei einem Brent-Preis von 50 Dollar. Der Boden ist durch die Abgaben dauerhaft angehoben.

„Eine Wärmepumpe lohnt sich im Altbau nicht"

Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die nötige Vorlauftemperatur. Bleibt sie unter etwa 55 Grad, arbeitet eine Wärmepumpe wirtschaftlich – und das schafft ein Großteil der Bestandsgebäude nach hydraulischem Abgleich und dem Tausch einzelner zu kleiner Heizkörper. Eine Komplettsanierung ist selten nötig. Was es braucht, ist eine Heizlastberechnung vor der Planung, keine Faustregel.

Zwanzig Jahre Heizölpreis: der lange Blick

Wer nur die letzten Jahre betrachtet, hält die heutigen 165 bis 175 Euro für einen Ausreißer. Im Zwanzigjahresvergleich sieht das anders aus. 2005 lag der Jahresdurchschnitt bei rund 55 Euro je 100 Liter, 2008 stieg er im Zuge des Rohstoffbooms erstmals über 80 Euro, brach nach der Finanzkrise auf gut 50 Euro ein und erreichte 2012 mit etwa 90 Euro ein Niveau, das damals als kaum tragbar galt.

Es folgten die Jahre des Überangebots: Zwischen 2015 und 2017 lagen die Preise bei 50 bis 60 Euro, getrieben vom amerikanischen Schieferöl und einer nachgebenden Nachfrage. Diese Phase hat eine ganze Generation von Hausbesitzern geprägt – wer in dieser Zeit eine Ölheizung einbaute, rechnete mit dauerhaft billigem Brennstoff.

Zwei Dinge fallen bei der langen Reihe auf. Erstens ist die Schwankungsbreite enorm: Zwischen dem billigsten und dem teuersten Jahr liegt ein Faktor von mehr als drei. Kein anderer Energieträger für Privathaushalte schwankt so stark – Fernwärme und Strom bewegen sich in deutlich engeren Bändern. Zweitens ist der Trend seit 2016 eindeutig aufwärts gerichtet, und seit 2021 kommt mit der CO₂-Abgabe eine Komponente hinzu, die es in den ersten fünfzehn Jahren dieser Reihe gar nicht gab.

Für die Planung heißt das: Wer eine Heizung mit zwanzig Jahren Nutzungsdauer auswählt, sollte nicht mit dem heutigen Preis rechnen und auch nicht mit dem von 2025, sondern mit einem Korridor. Und dieser Korridor liegt bei Heizöl breiter als bei jeder Alternative.

Was mit dem Öltank passiert

Eine Frage, die in jeder zweiten Beratung kommt: Was wird aus dem Tank, wenn die Ölheizung geht? Der Ablauf ist unkomplizierter, als viele erwarten.

Restöl wird abgepumpt und kann verkauft oder an Nachbarn abgegeben werden – der Händler übernimmt das meist gegen Gutschrift. Die Reinigung des Tanks erfolgt durch einen Fachbetrieb, der Schlämme fachgerecht entsorgt. Erst danach wird demontiert.

Kunststofftanks im Keller lassen sich in der Regel zerlegen und über den normalen Bauschutt entsorgen. Stahltanks werden zerschnitten und als Altmetall verwertet, Erdtanks entweder ausgebaggert oder – wenn der Aufwand zu groß ist – gereinigt und mit Sand verfüllt stillgelegt. Die Stilllegung ist der zuständigen Behörde anzuzeigen.

Die Kosten liegen für einen üblichen Kellertank bei 800 bis 1.800 Euro inklusive Reinigung und Entsorgung, bei Erdtanks je nach Aufwand bei 2.000 bis 5.000 Euro. Wichtig für die Kalkulation: Diese Kosten sind Teil der förderfähigen Ausgaben der KfW-Heizungsförderung. Bei 70 Prozent Förderquote bleibt vom Tankrückbau also weniger als ein Drittel beim Eigentümer hängen.

Der Raumgewinn wird regelmäßig unterschätzt. Ein typischer Öltankraum umfasst sechs bis zwölf Quadratmeter, die nach dem Rückbau frei werden. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe braucht innen nur die Fläche eines schmalen Schranks für Hydraulikeinheit und Pufferspeicher, das Außengerät steht im Freien. Aus dem Tankraum wird Hobby-, Lager- oder Technikfläche.

Fazit

Heizöl kostet Ende September 2026 rund 70 Prozent mehr als im Vorjahresmittel. Ein Teil davon ist zyklisch und wird sich zurückbilden – die Prognosen für 2027 zeigen mit 65 bis 79 US-Dollar je Barrel klar nach unten. Ein anderer Teil ist es nicht: Steuern und CO₂-Abgabe machen inzwischen 29 Prozent des Bruttopreises aus, und dieser Anteil wächst mit dem gesetzlichen Preispfad weiter.

Für die praktische Entscheidung heißt das zweierlei. Kurzfristig lohnt es sich, die Bestellung zu planen statt zu reagieren: volle Menge, geteilte Tranchen, Blick auf Brent statt auf den Kalender. Langfristig verschiebt der CO₂-Pfad die Wirtschaftlichkeit dauerhaft zugunsten der Wärmepumpe – bei heutigen Preisen 7 statt 14 Cent je Kilowattstunde, mit eigenem Solarstrom 5 bis 6 Cent.

Wenn Ihre Ölheizung in den nächsten Jahren ohnehin ersetzt werden muss, ist der Zeitpunkt günstig: Die Förderung liegt bei bis zu 70 Prozent, und der Eigenanteil unterscheidet sich kaum von dem einer neuen Ölheizung. Was sich unterscheidet, sind die zwanzig Jahre danach. Was das für Ihr Haus konkret bedeutet, rechnen wir im Solarrechner oder im persönlichen Gespräch durch.