Die Sonne scheint mittags am stärksten, verbraucht wird Strom aber morgens und abends. Ohne Speicher speisen Sie den Großteil Ihres Solarstroms für 7,9 Cent ins Netz und kaufen ihn abends für 36 Cent zurück. Ein Batteriespeicher löst dieses Problem. Ob und wann sich die Investition rechnet, klären wir hier im Detail.

Das Grundproblem: Erzeugung und Verbrauch passen nicht zusammen

Eine Photovoltaikanlage produziert zwischen 10 und 16 Uhr am meisten Strom. Ein typischer Haushalt verbraucht dagegen morgens beim Aufstehen und abends beim Kochen, Waschen und Fernsehen. Diese zeitliche Lücke führt dazu, dass ohne Speicher nur etwa 30 Prozent des erzeugten Stroms direkt im Haus bleiben.

Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt dieser Anteil auf 65 bis 80 Prozent. Der Autarkiegrad, also der Anteil Ihres Strombedarfs, den Sie selbst decken, klettert von rund 25 auf 60 bis 75 Prozent.

Die Wirtschaftlichkeit im Detail

Der finanzielle Vorteil entsteht aus der Differenz zwischen Netzstrompreis und Einspeisevergütung. Diese Spanne beträgt aktuell rund 28 Cent je Kilowattstunde.

KennwertOhne SpeicherMit 10-kWh-Speicher
Jahresertrag 10 kWp9.500 kWh9.500 kWh
Eigenverbrauchsquote30 %68 %
Selbst genutzt2.850 kWh6.460 kWh
Ersparnis Netzstrom (36 ct)1.026 €2.326 €
Einspeisung (7,9 ct)526 €240 €
Ertrag gesamt1.552 €2.566 €
Mehrertrag durch Speicher1.014 € pro Jahr

Bei Speicherkosten von 5.500 Euro ergibt sich eine Amortisation nach etwa 5,4 Jahren. Rechnet man konservativer mit 840 Euro Mehrertrag, sind es rund 6,5 Jahre. In beiden Fällen liegt die Amortisation deutlich unter der Lebensdauer von mehr als 15 Jahren.

Die richtige Größe finden

Ein zu kleiner Speicher verschenkt Solarstrom, ein zu großer wird selten voll und verteuert die Anlage unnötig. Die bewährte Faustregel lautet: 1 Kilowattstunde nutzbare Kapazität je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, zugleich etwa 1 kWh je kWp Anlagenleistung.

HaushaltVerbrauchPV-AnlageEmpfohlener Speicher
2 Personen3.000 kWh6 kWp5 kWh
3 Personen3.800 kWh8 kWp6 – 8 kWh
4 Personen4.500 kWh10 kWp8 – 10 kWh
4 Personen + E-Auto7.000 kWh12 kWp10 – 15 kWh
4 Personen + E-Auto + Wärmepumpe11.000 kWh15 kWp15 – 20 kWh

Eine ausführliche Herleitung mit Berechnungsbeispielen finden Sie im Ratgeber Stromspeicher Größe berechnen.

Wichtig beim Vergleich: Achten Sie immer auf die nutzbare Kapazität. Ein als „10 kWh“ beworbener Speicher mit 90 Prozent Entladetiefe liefert nur 9 kWh. solar0 gibt grundsätzlich nutzbare Werte an.

Technik: Warum LFP heute Standard ist

Die Zellchemie entscheidet über Sicherheit, Lebensdauer und Preis. Drei Typen sind am Markt:

  • Lithium-Eisenphosphat (LFP): kobaltfrei, thermisch sehr stabil, über 8.000 Zyklen, heute Standard bei Heimspeichern.
  • Nickel-Mangan-Cobalt (NMC): höhere Energiedichte, dafür kobalthaltig und thermisch empfindlicher. Eher in Fahrzeugen.
  • Salzwasser: sehr sicher und umweltfreundlich, aber geringe Energiedichte und hohe Kosten. Nischenprodukt.

Weitere Qualitätsmerkmale sind der Round-Trip-Wirkungsgrad, also der Anteil der eingespeicherten Energie, der wieder herauskommt. Gute Systeme erreichen 94 bis 96 Prozent. Achten Sie außerdem auf die Entladeleistung: Ein Speicher mit nur 3 kW Dauerleistung kann Herd und Wasserkocher nicht gleichzeitig versorgen.

Speicher nachrüsten oder gleich mitplanen

Am günstigsten ist die gemeinsame Installation mit der Photovoltaikanlage. Ein Hybrid-Wechselrichter übernimmt dann beide Aufgaben, und Gerüst, Elektriker sowie Anmeldung fallen nur einmal an. Die Ersparnis gegenüber späterer Nachrüstung beträgt 800 bis 1.500 Euro.

Bestandsanlagen lassen sich problemlos nachrüsten. AC-gekoppelte Speicher arbeiten unabhängig vom vorhandenen Wechselrichter und werden einfach parallel ins Hausnetz eingebunden. Die Installation dauert einen halben Tag. Besonders interessant wird das, wenn Ihre 20-jährige Einspeisevergütung ausläuft: Danach lohnt sich Einspeisung kaum noch, der Speicher wird zur wichtigsten Komponente.

Mehr als nur sparen: Notstrom und dynamische Tarife

Notstrom bei Netzausfall

Eine normale Photovoltaikanlage schaltet sich bei Stromausfall ab, das schreibt die Sicherheitsnorm vor. Mit einer Ersatzstromfunktion trennt sich Ihr Haus automatisch vom Netz und wird weiter aus dem Speicher versorgt, tagsüber sogar aus der Anlage nachgeladen. Details dazu auf unserer Seite Notstrom.

Günstig nachladen mit dynamischem Tarif

Im Winter reicht der Solarertrag oft nicht aus. Mit einem dynamischen Stromtarif lädt der Speicher nachts, wenn der Börsenpreis unter 12 Cent liegt, und versorgt das Haus in den teuren Abendstunden. Die Steuerung übernimmt der Energiemanager solar0.Flow, die Preise sehen Sie live in solar0 Now.

Förderung für Speicher

Einen bundesweiten Zuschuss gibt es nicht mehr, dafür aber:

  • 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Speicher, auch bei Nachrüstung an einer begünstigten Anlage
  • Landesprogramme, etwa 150 Euro je Kilowattstunde in Nordrhein-Westfalen
  • KfW-Kredit 270 zur Finanzierung gemeinsam mit Anlage und Wallbox

Eine vollständige Übersicht mit allen aktuellen Programmen finden Sie unter Speicher-Förderung.

Wann sich ein Speicher nicht lohnt

Ehrlicherweise gibt es Fälle, in denen wir abraten:

  • Sehr niedriger Verbrauch unter 2.000 Kilowattstunden im Jahr. Dann bleibt der Mehrertrag zu gering.
  • Volleinspeisung geplant. Wer den Strom komplett einspeist, braucht keinen Speicher.
  • Geplanter Umzug innerhalb weniger Jahre, wenn der Mehrwert beim Verkauf nicht realisiert werden kann.
  • Sehr kleine Anlage unter 4 kWp, die kaum Überschuss produziert.

Fazit

Für den überwiegenden Teil der Haushalte mit Photovoltaikanlage lohnt sich ein Speicher. Er verdoppelt den Eigenverbrauch, amortisiert sich in sechs bis neun Jahren und schafft Unabhängigkeit vom Strompreis. Entscheidend sind die richtige Dimensionierung und eine Technik, die zu Ihrem Verbrauchsprofil passt.

Welche Größe für Ihr Zuhause sinnvoll ist, berechnet unser Solarrechner in zwei Minuten. Alle Produktdetails finden Sie auf der Seite Stromspeicher.