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Strommarkt & Netz

Direktvermarktung

Bei der Direktvermarktung wird Solarstrom über einen Händler an der Strombörse verkauft statt fest vergütet. Pflicht ist sie ab 100 kW Anlagenleistung.

Pflicht ab
100 kW
Freiwillig ab
ca. 30 kWp sinnvoll
Vergütung
Börsenpreis + Marktprämie

Zwei Wege, Solarstrom zu verkaufen

Kleine Anlagen erhalten die feste Einspeisevergütung nach EEG – ein garantierter Cent-Betrag je Kilowattstunde, 20 Jahre lang. Größere Anlagen müssen ihren Strom stattdessen über einen Direktvermarkter an der Börse verkaufen. Sie erhalten dann den tatsächlichen Marktwert plus eine Marktprämie, die die Differenz zum anzulegenden Wert ausgleicht.

Die Pflicht zur Direktvermarktung greift ab 100 Kilowatt installierter Leistung. Darunter ist sie freiwillig – und ab etwa 30 kWp durchaus interessant, weil die Einspeisevergütung für diese Größenklasse deutlich niedriger liegt.

Was der Direktvermarkter übernimmt

  • Vermarktung der Strommengen am Spotmarkt der EPEX
  • Bilanzkreisführung und Prognose der Einspeisung
  • Fernsteuerbarkeit gemäß EEG, inklusive der technischen Anbindung
  • Abrechnung mit dem Netzbetreiber und Auszahlung der Marktprämie

Dafür behält er eine Marge von meist 0,2 bis 0,5 Cent je Kilowattstunde ein. Die technische Voraussetzung ist eine Fernwirkanbindung, die Anlagenleistung und Einspeisung in Echtzeit übermittelt.

Für wen sich das rechnet

Für private Dachanlagen unter 30 kWp praktisch nie – der Aufwand übersteigt den Zusatzertrag. Interessant wird Direktvermarktung bei Gewerbeanlagen ab 100 kWp, bei Freiflächenanlagen und überall dort, wo eine Anlage gezielt zu Hochpreiszeiten einspeisen kann, etwa in Kombination mit einem großen Speicher.

Ein verwandtes Konzept für Privathaushalte ist der dynamische Stromtarif: Er dreht das Prinzip um und kauft Strom zum Börsenpreis ein. Beide Modelle profitieren von derselben Marktlogik – der Preis schwankt stündlich, und wer sich danach richtet, gewinnt.

Andere Bezeichnungen: Marktprämienmodell · geförderte Direktvermarktung

FAQ

Häufige Fragen zu Direktvermarktung

Ab welcher Größe ist Direktvermarktung Pflicht?

Ab 100 Kilowatt installierter Leistung. Kleinere Anlagen können freiwillig wechseln, ab etwa 30 kWp kann sich das rechnen.

Ist Direktvermarktung für Einfamilienhäuser sinnvoll?

In der Regel nicht. Der technische Aufwand mit Fernwirkanbindung und die Marge des Vermarkters übersteigen bei Anlagen unter 30 kWp den Mehrerlös gegenüber der festen Einspeisevergütung.

Alle Fragen und Antworten

Verwandte Begriffe

Das passt zu Direktvermarktung

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist der gesetzlich garantierte Betrag je Kilowattstunde, die eine Solaranlage ins Netz abgibt – 20 Jahre plus Inbetriebnahmejahr.

Definition lesen

Dynamischer Stromtarif

Ein dynamischer Stromtarif koppelt den Arbeitspreis stündlich an die Strombörse. Wer Verbrauch in günstige Stunden verschiebt, spart 20 bis 30 Prozent.

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Netzbetreiber

Der Netzbetreiber betreibt die Stromleitungen vor Ort. Er schließt Ihre Solaranlage an, zahlt die Einspeisevergütung und ist nicht Ihr Stromlieferant.

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Volleinspeisung

Bei Volleinspeisung wird der gesamte Solarstrom ins Netz abgegeben. Dafür gibt es einen deutlich höheren Vergütungssatz als bei Überschusseinspeisung.

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Lena Krause, Energieberaterin bei solar0, lächelt in die Kamera
Lena KrauseIhre Energieberaterin0800 7652 349
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