Eine Wärmepumpe ist der flexibelste Verbraucher im Haus. Pufferspeicher, Warmwasserspeicher und die Gebäudemasse speichern Wärme über Stunden. Wer diesen Spielraum nutzt, heizt deutlich günstiger, ohne auf Komfort zu verzichten.
Warum sich die Verlagerung lohnt
Strom kostet nicht zu jeder Stunde gleich viel. An der Börse schwankt der Preis zwischen unter 5 Cent nachts bei viel Wind und über 30 Cent an windstillen Winterabenden. Wer seine Wärmepumpe in die günstigen Stunden verlagert, senkt die Heizkosten spürbar, ohne dass die Wohnung kälter wird.
Der zweite Hebel ist die eigene Photovoltaikanlage. Läuft die Wärmepumpe mittags mit Solarüberschuss, kostet die Kilowattstunde statt 36 Cent nur die Gestehungskosten von etwa 8 Cent.
Die Schnittstellen
SG-Ready
Der verbreitete Standard mit vier Betriebszuständen, die über zwei Schaltkontakte angesteuert werden:
| Zustand | Bedeutung | Einsatz |
|---|---|---|
| 1 | Sperre (max. 2 Stunden) | bei sehr hohen Strompreisen |
| 2 | Normalbetrieb | Standard |
| 3 | Einschaltempfehlung | bei moderatem PV-Überschuss |
| 4 | Einschaltbefehl | bei hohem Überschuss, Puffer wird aufgeladen |
EEBus
Die digitale Schnittstelle erlaubt eine feinere Steuerung: Der Energiemanager kann Sollwerte, Leistungsaufnahme und Betriebsarten direkt vorgeben statt nur vier Zustände zu schalten. Verfügbar bei aktuellen Geräten von Bosch, Vaillant und Viessmann.
§ 14a EnWG
Seit 2024 gelten Wärmepumpen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf bei Engpässen auf 4,2 Kilowatt drosseln, dafür erhalten Sie reduzierte Netzentgelte. In der Praxis kommt eine Drosselung selten vor und wird durch den Pufferspeicher ausgeglichen.
Drei Strategien in der Praxis
1. PV-Überschuss nutzen
Scheint die Sonne und ist der Speicher voll, hebt die Steuerung die Solltemperatur des Pufferspeichers von 45 auf 55 Grad an und heizt das Gebäude um ein Grad vor. Die gespeicherte Wärme reicht bis in den Abend, die Wärmepumpe bleibt dann aus.
2. Günstige Börsenstunden fahren
Mit dem dynamischen Stromtarif kennt der Energiemanager die Preise für den Folgetag ab 14 Uhr. Er plant den Betrieb in die günstigsten Stunden, typischerweise zwischen 1 und 5 Uhr sowie mittags. Die Preise sehen Sie live in solar0 Now.
3. Wetterprognose einbeziehen
Ist für morgen viel Sonne gemeldet, wird heute Nacht weniger Netzstrom bezogen, weil der Bedarf am Folgetag ohnehin solar gedeckt wird. Umgekehrt lädt die Steuerung vor einer Kältephase vorsorglich auf.
Was die Steuerung braucht
- Energiemanager mit Zugriff auf Wärmepumpe, Zähler und gegebenenfalls Speicher, bei uns solar0.Flow
- Messung am Netzanschlusspunkt, um Überschuss in Echtzeit zu erkennen
- Pufferspeicher mit ausreichender Kapazität, mindestens 50 Liter je Kilowatt Heizleistung
- Smart Meter für den dynamischen Tarif, siehe Smart Meter
Was es bringt
| Szenario | Stromkosten pro Jahr | Ersparnis |
|---|---|---|
| Ungesteuert, Standardtarif | 1.400 € | – |
| Mit PV und Speicher, ungesteuert | 1.020 € | 380 € |
| Mit PV, Speicher und Steuerung | 790 € | 610 € |
| Zusätzlich dynamischer Tarif | 640 € | 760 € |
Grundlage: 20.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 4, 12-kWp-Anlage mit 12-kWh-Speicher. Die Werte variieren je nach Gebäude und Nutzungsverhalten.
Grenzen der Steuerung
Eine intelligente Steuerung verbessert die Kosten, nicht die Effizienz. Die Jahresarbeitszahl bleibt weitgehend gleich, teilweise sinkt sie sogar leicht, weil höhere Puffertemperaturen gefahren werden. Unterm Strich überwiegt der Preisvorteil deutlich. Mehr zu Effizienzkennzahlen im Ratgeber Wärmepumpe Wirkungsgrad.
Fazit
Wer Wärmepumpe, Photovoltaik und Speicher hat, sollte sie unbedingt gemeinsam steuern lassen. Die Mehrkosten für den Energiemanager amortisieren sich meist innerhalb von zwei Jahren.
Bei solar0 ist der Energiemanager in jeder Anlage mit Speicher enthalten. Alle Details auf der Seite solar0.Flow oder im Komplettpaket.


