Wer heute nach einem Zuschuss für seine Solaranlage sucht, findet zunächst wenig. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber die Förderung 2023 vom Zuschuss ins Steuerrecht verlagert hat. Unterm Strich ist die Entlastung dadurch nicht kleiner geworden, sie sieht nur anders aus. Dieser Ratgeber zeigt, welche Instrumente es 2026 gibt und wie Sie sie kombinieren.

Der Nullsteuersatz: die wichtigste Förderung

Seit dem 1. Januar 2023 fällt auf die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 Kilowatt-Peak keine Umsatzsteuer an. Der Bruttopreis entspricht damit dem Nettopreis. Bei einer 10-kWp-Anlage mit Speicher für 16.900 Euro sparen Sie rund 3.200 Euro, ohne einen Antrag zu stellen.

Begünstigt sind nicht nur die Module, sondern das gesamte System:

  • Solarmodule, Unterkonstruktion und Befestigungsmaterial
  • Wechselrichter, Leistungsoptimierer, Überspannungsschutz
  • Stromspeicher, auch bei späterer Nachrüstung
  • Energiemanagement und Messtechnik wie solar0.Flow
  • Montage, Elektroinstallation, Gerüst und Inbetriebnahme

Voraussetzung ist die Installation auf oder nahe einem Wohngebäude, einer öffentlichen oder gemeinnützigen Einrichtung. Für größere gewerbliche Anlagen gilt der reguläre Steuersatz, dafür ist dort der Vorsteuerabzug möglich.

Einspeisevergütung: 20 Jahre Planungssicherheit

Für jede eingespeiste Kilowattstunde zahlt Ihnen der Netzbetreiber eine gesetzlich festgelegte Vergütung. Entscheidend ist der Monat der Inbetriebnahme, denn der dann geltende Satz bleibt für 20 Kalenderjahre plus das Inbetriebnahmejahr unverändert.

AnlagenteilTeileinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kWpca. 7,9 ct/kWhca. 12,5 ct/kWh
10 bis 40 kWpca. 6,9 ct/kWhca. 10,5 ct/kWh
40 bis 100 kWpca. 5,6 ct/kWhca. 10,5 ct/kWh

Die Sätze sinken halbjährlich um ein Prozent. Für die meisten Haushalte ist die Teileinspeisung wirtschaftlicher, weil selbst genutzter Strom rund 36 Cent Netzbezug ersetzt und damit mehr als viermal so wertvoll ist. Seit 2023 sind die Einnahmen zudem einkommensteuerfrei, mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik und Steuern.

KfW-Kredit 270: günstig finanzieren

Das Programm „Erneuerbare Energien Standard“ finanziert Anlage, Speicher und Wallbox mit bis zu 100 Prozent der Investitionssumme.

  • Zinssatz: ab etwa 2,9 Prozent effektiv, abhängig von Bonität und Besicherung
  • Laufzeit: bis 30 Jahre, mit bis zu fünf tilgungsfreien Anlaufjahren
  • Antragsweg: über die Hausbank, zwingend vor Abschluss des Liefervertrags

Alternativ bietet sich die Finanzierung ohne Eigenkapital an, bei der Versicherung, Wartung und Reparatur enthalten sind. Einen detaillierten Vergleich finden Sie im Ratgeber Kaufen oder finanzieren.

Regionale Programme: hier gibt es echtes Geld

Bundesländer, Landkreise, Städte und Stadtwerke fördern weiterhin, meist gezielt Speicher, Wallboxen oder die Kombination aus Gründach und Photovoltaik.

RegionProgrammFörderung
BerlinSolarPLUSbis 15.000 € für Speicher, Gründach, Mieterstrom
Nordrhein-Westfalenprogres.nrwSpeicher 150 €/kWh, Wallbox bis 1.500 €
Baden-WürttembergBW-e-Solar500 € Wallbox bei PV-Installation
Rheinland-PfalzSolar-Speicher100 €/kWh Speicherkapazität
SachsenSAB Speicherförderungbis 3.300 €, Bonus für Wallbox

Die Budgets sind meist jährlich gedeckelt und nach wenigen Wochen ausgeschöpft. Eine vollständige Übersicht führen wir auf der Seite Regionale Förderprogramme.

Reihenfolge beachten: Zuschüsse und Kredite müssen vor Abschluss eines bindenden Vertrags beantragt werden. Wer zuerst bestellt, verliert den Anspruch. solar0 arbeitet deshalb grundsätzlich mit Verträgen unter aufschiebender Bedingung.

Was unterm Strich bleibt

Rechnen wir die Instrumente für eine 10-kWp-Anlage mit Speicher zusammen:

InstrumentWert
Nullsteuersatzca. 3.200 € Ersparnis
Landeszuschuss Speicher (Beispiel NRW)1.500 €
Einspeisevergütung über 20 Jahreca. 4.800 €
Zinsvorteil KfW gegenüber Bankkreditca. 1.200 €
Gesamtvorteilca. 10.700 €

Damit liegt die staatliche Unterstützung deutlich über dem Niveau der früheren Direktzuschüsse, sie verteilt sich nur über mehrere Kanäle.

Fazit

Photovoltaik wird 2026 weiterhin kräftig gefördert, nur anders als früher. Der Nullsteuersatz wirkt sofort, die Einspeisevergütung über zwei Jahrzehnte, regionale Programme bringen den Zusatzbetrag. Welche Kombination für Ihre Adresse die höchste Gesamtförderung ergibt, prüfen wir kostenlos im Förder-Check. Alle Grundlagen finden Sie außerdem auf der Seite Photovoltaik-Förderung.