Viele wissen es nicht: Eine Split-Klimaanlage ist technisch nichts anderes als eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Im Sommer transportiert sie Wärme nach draußen, im Winter nach drinnen. Wer das nutzt, senkt die Heizkosten spürbar.

Wie das Heizen funktioniert

Im Kühlbetrieb nimmt das Innengerät Wärme aus der Raumluft auf und gibt sie außen ab. Im Heizbetrieb wird der Kreislauf über ein Vierwegeventil umgekehrt: Das Außengerät entzieht der Außenluft Wärme, das Innengerät gibt sie an den Raum ab.

Das Prinzip entspricht dem einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, nur dass die Wärme direkt an die Raumluft abgegeben wird statt an einen Heizwasserkreis. Die Funktionsweise im Detail erklärt der Ratgeber Wie funktioniert eine Wärmepumpe.

Effizienz im Vergleich

HeizsystemWirkungsgrad / COPKosten je kWh Wärme
Split-Klimagerät (COP 4)400 %9 ct (Netzstrom)
Split-Klimagerät mit PV400 %2 – 4 ct
Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 4)400 %7 ct (Wärmepumpentarif)
Gasheizung90 %12 ct inkl. CO₂-Preis
Ölheizung88 %12 ct
Elektro-Heizlüfter100 %36 ct

Der Vergleich mit dem Heizlüfter macht den Unterschied deutlich: Beide nutzen Strom, aber das Split-Gerät liefert die vierfache Wärmemenge.

Drei sinnvolle Einsatzszenarien

1. Übergangszeit

Im Frühjahr und Herbst reicht oft die Erwärmung einzelner Räume. Statt die Zentralheizung samt Verteilverlusten hochzufahren, heizt das Split-Gerät gezielt Wohnzimmer oder Homeoffice. Die Ersparnis liegt bei 15 bis 25 Prozent der Heizkosten, und das in einer Zeit, in der die Photovoltaikanlage bereits gut liefert.

2. Ergänzung zur Wärmepumpe

Räume mit hohem Bedarf lassen sich schnell nachheizen, ohne die Vorlauftemperatur des gesamten Systems anzuheben. Das schont die Effizienz der Hauptheizung, siehe Wärmepumpe Wirkungsgrad.

3. Hauptheizung in Sonderfällen

In sehr gut gedämmten Neubauten, Ferienwohnungen oder Einliegerwohnungen kann ein Multisplit-System die Heizung vollständig ersetzen. Warmwasser muss dann über einen separaten Warmwasser-Wärmepumpenboiler bereitgestellt werden.

Grenzen der Technik

  • Kein Warmwasser. Luft-Luft-Systeme erwärmen nur Raumluft.
  • Raumweise Wärme. Ohne Innengerät bleibt der Raum kalt. Geschlossene Türen verhindern die Verteilung.
  • Luftbewegung. Manche empfinden den Luftstrom als unangenehm, besonders bei niedrigen Außentemperaturen.
  • Abtauzyklen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt unterbricht das Gerät kurz den Heizbetrieb.
  • Trockene Luft. Wie bei jeder Warmluftheizung sinkt die relative Luftfeuchte.

Förderung

Luft-Luft-Wärmepumpen sind über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, wenn sie als Hauptheizung dienen und einen SCOP über 4,0 erreichen. Der Fördersatz entspricht dem von Wasser-basierten Wärmepumpen, also 30 bis 70 Prozent, siehe Wärmepumpen-Förderung.

Als reine Klimaanlage oder als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung gibt es keine Förderung. Prüfen Sie Ihren Anspruch kostenlos im Förder-Check.

Kombination mit Photovoltaik

Der Reiz liegt in der doppelten Nutzung:

  • Sommer: Kühlbedarf und Solarerzeugung fallen zeitlich zusammen, das Kühlen ist praktisch kostenlos.
  • Übergangszeit: Die Anlage liefert mittags genug für den Heizbetrieb.
  • Winter: Mit dynamischem Tarif heizt das Gerät bevorzugt in günstigen Stunden vor.

Der Energiemanager solar0.Flow bindet das Gerät ein und steuert es nach Überschuss und Strompreis. Die aktuellen Preise sehen Sie in solar0 Now.

Praxisbeispiel: Ein Haushalt mit Gasheizung nutzt von März bis Mai und von September bis November ein Split-Gerät im Wohnbereich. Die Gasheizung bleibt in dieser Zeit aus. Ersparnis: rund 320 Euro Gaskosten bei etwa 90 Euro zusätzlichen Stromkosten, mit eigener Photovoltaik nahezu null.

Fazit

Wer ohnehin über eine Klimaanlage nachdenkt, sollte die Heizfunktion bewusst mit einplanen. Aus dem saisonalen Komfortgerät wird so ein ganzjährig nützliches System, das in der Übergangszeit spürbar Heizkosten spart.

Als vollwertigen Ersatz für die Zentralheizung empfehlen wir im Bestandsgebäude dagegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil sie auch Warmwasser bereitstellt und alle Räume gleichmäßig versorgt.