36 Cent je Kilowattstunde zahlt ein durchschnittlicher Haushalt 2026. Nur ein gutes Drittel davon ist der Strom selbst. Wer weiß, wohin das Geld fließt, erkennt auch, an welchen Stellschrauben er drehen kann.

Die Bestandteile im Überblick

Bestandteilct/kWhAnteilBeeinflussbar?
Beschaffung und Vertrieb13,537 %ja, über Tarif und Verbrauchszeit
Netzentgelte10,028 %teilweise über § 14a
Mehrwertsteuer (19 %)5,716 %nein
Stromsteuer2,056 %nein
Konzessionsabgabe1,75 %nein
Umlagen (KWKG, Offshore, § 19)1,64 %nein
Messstellenbetrieb0,41 %gedeckelt
Summeca. 35,0100 %

Beschaffung und Vertrieb

Der einzige echte Wettbewerbsbestandteil. Ihr Lieferant kauft Strom an der Börse und schlägt Vertriebskosten sowie eine Risikoprämie auf. Bei Festpreistarifen ist diese Prämie höher, weil der Lieferant das Preisrisiko trägt. Bei dynamischen Tarifen entfällt sie weitgehend.

Netzentgelte

Sie decken Bau, Betrieb und Wartung der Strominfrastruktur. Die Höhe unterscheidet sich regional erheblich: In ländlichen Netzgebieten mit vielen Windparks liegen sie teils doppelt so hoch wie in Ballungsräumen. Durch den Netzausbau steigen sie tendenziell weiter.

Wer eine Wallbox oder Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG anmeldet, erhält 110 bis 190 Euro Rabatt pro Jahr.

Staatliche Bestandteile

Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Umlagen sind festgelegt und nicht verhandelbar. Die EEG-Umlage wurde 2022 abgeschafft und wird seitdem aus dem Bundeshaushalt finanziert. Geblieben sind KWKG-Umlage, Offshore-Netzumlage und die Umlage nach § 19 StromNEV.

Was Sie tatsächlich beeinflussen können

1. Tarifwahl

Ein Wechsel vom Grundversorger zu einem günstigeren Anbieter spart typischerweise 150 bis 400 Euro pro Jahr. Bei flexiblen Verbrauchern lohnt zusätzlich ein dynamischer Tarif.

2. Verbrauch verschieben

Mit dynamischem Tarif und steuerbaren Geräten senken Sie den Beschaffungsanteil um 30 bis 50 Prozent. Bei 4.500 Kilowattstunden entspricht das 180 bis 300 Euro pro Jahr.

3. § 14a nutzen

110 bis 190 Euro Netzentgelt-Rabatt für steuerbare Verbraucher, siehe Wallbox-Förderung.

4. Eigenen Strom erzeugen

Der mit Abstand größte Hebel. Bei selbst erzeugtem Solarstrom entfallen sämtliche Bestandteile außer den Anlagenkosten. Umgerechnet auf 25 Jahre Laufzeit kostet die Kilowattstunde 6 bis 9 Cent statt 36.

Rechenbeispiel: Ein Haushalt mit 4.500 kWh zahlt beim Grundversorger 1.620 Euro im Jahr. Mit einer 10-kWp-Anlage und 10-kWh-Speicher sinkt der Netzbezug auf 1.440 kWh, macht 518 Euro. Zusammen mit der Einspeisevergütung liegt die jährliche Entlastung bei rund 1.340 Euro.

Regionale Unterschiede

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzgebiet liegen bis zu 5 Cent je Kilowattstunde. Betroffen sind vor allem ländliche Regionen in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo viel Erzeugung bei wenig Verbrauch angeschlossen ist. Eine bundesweite Angleichung der Übertragungsnetzentgelte gleicht das teilweise aus.

Fazit

Zwei Drittel Ihres Strompreises bestehen aus Netzentgelten, Steuern und Abgaben, die Sie nicht verhandeln können. Der wirksamste Hebel ist deshalb, weniger Strom aus dem Netz zu beziehen.

Wie viel Ihr Dach dazu beitragen kann, berechnet der Solarrechner in zwei Minuten. Wie sich die Preise langfristig entwickeln, lesen Sie im Ratgeber Strompreisentwicklung.