Der Unterschied zwischen einer einfachen und einer intelligenten Wallbox liegt nicht in der Ladeleistung, sondern in der Steuerung. Drei Funktionen entscheiden darüber, ob Ihr Auto mit teurem Netzstrom oder günstigem Sonnenstrom fährt.

1. PV-Überschussladen

Die Wallbox misst über einen Zähler am Hausanschluss, wie viel Strom gerade ins Netz fließen würde, und regelt die Ladeleistung stufenlos nach. So wird nur der Überschuss genutzt, der sonst für 7,9 Cent eingespeist würde.

Worauf es technisch ankommt

  • Einphasiges Laden ab 6 Ampere. Das entspricht 1,4 Kilowatt. Kann die Box nur dreiphasig, startet sie erst ab 4,2 Kilowatt und lässt kleinere Überschüsse ungenutzt.
  • Automatischer Phasenwechsel. Gute Systeme schalten bei steigendem Überschuss selbstständig von einphasig auf dreiphasig um.
  • Sekündliche Regelung. Wolken verändern die Erzeugung binnen Sekunden. Träge Systeme ziehen dann Netzstrom nach.
  • Mindestladezeit. Zu häufiges Starten und Stoppen belastet das Bordladegerät. Eine Hysterese verhindert das.

Was das bringt

Bei einer 10-kWp-Anlage und durchschnittlichem Nutzungsverhalten lassen sich 55 bis 75 Prozent des Ladestroms solar decken, sofern das Fahrzeug tagsüber überwiegend zu Hause steht. Bei Berufspendlern sinkt der Wert auf 25 bis 40 Prozent. Mit einem Speicher steigt er wieder deutlich, weil abends aus dem Speicher geladen wird.

2. Lastmanagement

Ein typischer Hausanschluss ist mit 3 mal 35 Ampere abgesichert, das entspricht etwa 24 Kilowatt. Laufen Wallbox mit 11 Kilowatt, Wärmepumpe mit 4 Kilowatt, Herd, Backofen und Wasserkocher gleichzeitig, wird es eng.

Dynamisches Lastmanagement misst den Gesamtverbrauch und drosselt die Wallbox automatisch, sobald es kritisch wird. Sie merken davon nichts außer einer etwas längeren Ladezeit. Bei mehreren Ladepunkten, etwa im Mehrfamilienhaus, verteilt das System die verfügbare Leistung fair auf alle Fahrzeuge.

3. Preis- und Zeitsteuerung

Mit einem dynamischen Stromtarif ändert sich der Preis stündlich. Eine intelligente Wallbox kennt die Preise für den Folgetag ab 14 Uhr und plant den Ladevorgang in die günstigsten Stunden. Sie geben nur vor, wann das Auto voll sein soll.

In solar0 Now sehen Sie die Preiskurve und die geplanten Ladefenster. Typischerweise lädt die Box zwischen 1 und 5 Uhr, wenn der Börsenpreis unter 12 Cent liegt. Die Ersparnis gegenüber ungesteuertem Laden beträgt 40 bis 60 Prozent der Ladekosten.

Drei Lademodi im Alltag: Solar lädt ausschließlich mit Überschuss, ideal am Wochenende. Günstig nutzt die billigsten Stunden des dynamischen Tarifs, ideal über Nacht. Schnell lädt sofort mit voller Leistung, wenn es eilig ist.

Checkliste für den Kauf

  1. Einphasiges Laden ab 6 Ampere und automatischer Phasenwechsel
  2. OCPP 2.0 oder vergleichbare offene Schnittstelle
  3. § 14a-fähig für den Netzentgelt-Rabatt, siehe Wallbox-Förderung
  4. Integrierte DC-Fehlerstromerkennung, spart den separaten FI Typ B
  5. MID-Zähler, falls Sie einen Dienstwagen abrechnen
  6. Zugangsschutz per RFID oder App, besonders bei frei zugänglichem Stellplatz
  7. App mit Ladehistorie und CSV-Export
  8. IP55 oder besser bei Außenmontage

Zusammenspiel im Haushalt

Richtig interessant wird es, wenn mehrere Verbraucher zusammenarbeiten. Der Energiemanager solar0.Flow entscheidet sekündlich, wohin der Solarstrom fließt: zuerst in den Haushalt, dann in den Speicher, dann ins Auto oder in die Wärmepumpe. Die Prioritäten legen Sie einmal fest.

Ein Beispiel: An einem sonnigen Samstag ist der Speicher um 13 Uhr voll. Statt einzuspeisen, startet die Wallbox mit 5 Kilowatt. Zieht um 14 Uhr eine Wolke auf, reduziert sie auf 1,8 Kilowatt, statt Netzstrom zu beziehen. Um 15 Uhr scheint wieder die Sonne, die Box geht auf 7 Kilowatt.

Fazit

Eine intelligente Wallbox kostet 200 bis 400 Euro mehr als ein einfaches Modell und spart bei eigener Photovoltaik mehrere hundert Euro pro Jahr. Entscheidend sind einphasiges Laden, schnelle Regelung und offene Schnittstellen.

Alle technischen Daten finden Sie auf der Seite Wallbox. Wie viel Solarstrom Ihr Dach für das Auto liefern kann, berechnet der Solarrechner.